Aigues Mortes

Die Stadt beeindruckt durch die gewaltige Stadtmauer, die die ganze Stadt umschließt, sowie der Gefängnisturm. In ihm war Marie Durand geb. 1711 für 38 Jahre eingeschlossen. Ihr Verbrechen war, dass sie dem reformierten Glauben, den der französische König und die katholische Kirche verboten hatten, anhing.

Den Turm nannte man deshalb den Turm der Standhaftigkeit. (Tour de Constance)

Aigues Mortes (Tote Wasser), macht immer noch einen bedrohlichen Eindruck auf seine Besucher. Außen die Mauer, die mit den Toren die Stadt völlig umschließt. Viele kleine interessante Geschäfte innerhalb der Mauern, lohnen einen Besuch.

Die hugenottische Stadt wurde am 22. August 1622 von ihrem Kommandanten, Gaspard III. de Coligny, duc de Châtillon, kampflos an Louis XIII. übergeben, der mit einer Armee vor Aigues Mortes erschienen war, um die Hugenottenrebellion im Languedoc zu unterdrücken. Das brachte de Coligny eine Belohnung von 5.000 Livres und den Marschallstab ein.

 

Die mächtige Tour de Constance (dt. Turm der Beständigkeit) ist ein Wehrturm. Erbaut wurde der Turm von 1242 bis 1254 unter Ludwig IX. am ehemaligen Standort des Tour Matafère, der wiederum unter Karl dem Großen um das Jahr 790 errichtet wurde.

 

Der Turm hat einen Durchmesser von 22 Meter und eine Höhe bis zur Spitze der Laterne von 33 Meter. Die Dicke der Grundmauern beträgt sechs Meter.  Der runde, zweistöckige Turm steht außerhalb der Stadtmauer, mit der er durch eine Brücke verbunden ist.

 

Die Haupträume der Geschosse, im Untergeschoss ist dies der Raum der Wachen und im Obergeschoss der Rittersaal, besitzen jeweils ein Kreuzrippengewölbe. Eine runde Öffnung in der Mitte des Raumes der Wachen, ermöglichte den Zugang zu den Kellerräumen. Hier befanden sich der Kerker und die Munitionslager. Über den Rittersaal gelangt man auf die Dachterrasse, die zeitweise als Ausgangsfläche für Gefangene diente.

 

Über Jahrhunderte diente der Turm immer wieder als Gefängnis. Im 14. Jahrhundert wurden hier die Mitglieder des Templerordens eingekerkert, ab dem 17. Jahrhundert die Hugenotten und im Jahr 1815 schließlich die Offiziere Napoleons.

 

Bekannteste Gefangene war die Hugenottin Marie Durand, die hier, frisch vermählt, seit ihrem 18. Lebensjahr für 38 Jahre inhaftiert war und im Jahr 1768 freigelassen wurde.

 

Das ihr zur Last gelegte Verbrechen war, dass sie dem reformierten Glauben anhing, den der französische König sowie die katholische Kirche mit härtesten Maßnahmen zu ersticken versuchten.

Marie Durand soll nach der Überlieferung, das heute noch lesbare Wort Resister (franz., dt. sich wehren, widersetzen) auf den Rand eines im Turm befindlichen Brunnens geritzt haben.

Text nach Wikipedia

 

Literatur: 1932, Karl Eduard Ludwig Hesselbacher, Der Becher der Hugenottin